Amira Sultan Ensemble

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Amira Sultana Ensemble

Dialogprojekt gefördert vom NRW

Kultursekretariat  Wuppertal Katalog 2023/24

Maqamat und Raga im Spanungsfeld zwischen Hindu Osmanischen Tradition und westlicher zeitgenössischer Musikimprovisation. Nach einer Probephase und einer kleinen Tour im Mai 2023 geht das Amira Sultana Ensemble im Frühjahr 2024 auf eine Konzertreise.

Das Ensemble ging aus einem Dialog-Projekt des NRW Kultursekretariats  hervor, in dem sich die 6 MusikerInnen mit Forschungsgeist in einen intensiven Prozess begaben. Das Projektensemble existiert seit Beginn 2023 und kam bislang 3 Mal zur Aufführung. Die ungewöhnliche und virtuose Besetzung der Band legte eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit nahe. Im Zentrum des Dialogs stand die Gegenüberstellung von Sängerinnen aus indischen bzw. arabischen Kulturen, da die menschliche Stimme das Fundament für die melodische Ausdrucksweise, Klangfarbe und Ornamentation beider Kulturen darstellt, auf dem alle andere instrumentalen Interpretationen basieren. Am nächsten zum Gesang sind die indische Bambusflöte (Bansuri)und die türkische und arabische Ney-Flöte (Schilf), deren Spielweise und Technik vollkommen verschieden sind und sich trotzdem im harmonischen Dialog verbinden können.

Maren Lueg, marenlueg@gmail.com 015126775182

 

Mit einer ungewöhnlichen Besetzung begeistert das Amira Sultana Ensemble seine ZuhörerInnen. Ungewöhnlich nicht nur die Stimmen zweier Sängerinnen aus dem indischen und dem arabischen Kulturkreis, die einen  beeindruckenden und selten hörbaren Dialog miteinander eingehen. Nahezu berauschend auch der indischen Flötist Shashank Subramanyam, der nicht nur in seiner indischen Heimat, sondern weltweit als einer der virtuosesten Musiker auf der Bambusflöte Bansuri gefeiert wird.

Im musikalischen Mittelpunkt des Ensembles steht der kreative Austausch und die künstlerische Auseinandersetzung mit den traditionellen Musikformen der Raga und Maqam des Nahen und Mittleren Ostens auf der einen Seite, die in einen Dialog mit freien westlichen Improvisationen auf der anderen Seite eingehen und unerwartet neue Klänge schaffen.

Traditionelle östliche Instrumente wie Neyflöte, Bansuri, Daf und Tabla kommen zusammen mit westlichen Instrumentierungen von Saxofon und Cello zum Einsatz. Zusammen mit den Gesängen der beiden ausdrucksstarken Vokalistinnen Prashanthi Sankaran und Riema Abdunnurs entstehen betörende Melodien und abwechslungsreiche Rhythmen.

Die indische Perkussion, realisiert von einem der virtuosesten Flötisten Indiens, schafft die rhythmische Grundlage für den musikalischen Austausch der Kulturen. Durch seine internationale Erfahrung hat er ein vielseitiges Repertoire stilistischer Möglichkeiten, die für dieses Projekt immens wichtig sind. Shashank Subramanyam hält sich inzwischen einen Großteil des Jahres in Köln auf. Sein rhythmisches Spiel wird durch den erfahrenen Percussionisten Ramesh Shotham ideal ergänzt. Alle  MusikerInnen bis auf Shashank sind in NRW zuhause, so dass das Ensemble ohne großen Reiseaufwand weiterhin proben kann.

Die westlichen Instrumente wie Saxofon (Maren Lueg) und Cello (Ludger Schmidt) ermöglichen den Austausch zwischen den kulturell geprägten Strukturen. Sie sind sehr gut geeignet, neue Klangwelten zu erforschen und den Austausch der östlichen Musiktraditionen in einen transkulturellen experimentierfreudigen Klangraum zu heben.

 

Line-up:

Prashanthi Sankaran, Indischer klassischer Gesang, Klavier und Musikproduktion.

Prahanthi Sankaran, ist in Bangalore, Karnataka, Süd Indien aufgewachsen und lebt seit 2012 in Köln. Von1998 bis 2007 hat sie klassischen Caranatic Gesang Süd Indians und Hindustani Gesang Nord Indiens studiert.

2018 absolvierte sie ein Studium im Bereich der elektronischen Musikproduktion in Köln. Sie verbindet Elemente indischer klassischer Musik mit westlicher klassischer und zeitgenössischer Musik.

Zurzeit arbeitet sie mit dem Pianisten Marcus Schinkel an einem Projekt integrativen Musikprojekt, basierend auf dem Werk Beethovens Missa Solemnis zusammen mit kurdischen jüdischen und buddhistischen Musiker:innen. Prahanthi ist eine Vertreterin der musikalischen interkulturellen Zusammenarbeit.

 

Shashank Subramanyam, ein international etablierter Meister der Indischen Bambusflöte, ausgebildet von seinem Vater und dem legendären Vokalisten Palghat K.V Narayanasami in Hundustani-Musik . Er hat eine virtuose Stilistik auf seinem Instrument entwickelt, die es ihm ermöglicht, mit spielerischer Freiheit die Grenzen der indischen Musiktradition zu durchbrechen und meisterhaft Verbindungen zu anderenMusikkulturen zu schaffen sowie in die zeitgenössische westlicher Musikkultur einzutauchen ohne den Zuspruch und die Würdigung seiner Tradition als fundamentale Stütze zu verlassen.       Shashank arbeitete seit über dreißig Jahren zusammen mit Musiker:innen wie zum Beispiel den Gitarristen John McLaughlin und Paco De Lucia, dem Tablaspielern Zakir Hussain, Ustad Sultan Khan, Pt. Vishwa Mohan Bhatt und Pt. Ajoy Chakraborthy.

2009 Grammy Nomination für das Album mit Gitarrist John McLaughlin. 2017 wurde im der Sangeet NatakAkademi Senior Award verliehen. BBC World TV hat eine Dokumentation über ihn präsentiert mit dem TitelShashank Destination Music.

 

 

Ramesh Shotham ist einer der vielseitigsten und außergewöhnlichsten Musiker der Kölner Szene. Er stammt aus Madras, heute Chennai, und ist im Rock, Jazz, Fusion, in der improvisierten und vielen anderen Musiken zu Hause. Unvergessen sind seine Konzerte mit Charlie Mariano, dem Karnataka College of Percussion oder der WDR Big Band.

Im südindischen Madras (heute Chennai) geboren, ist Ramesh Shotham als Perkussionist Wanderer zwischen den Welten. Ein Ravi Shankar-Konzert in Delhi und John McLaughlins Mahavishnu-Orchestra stießen ihn auf seine eigenen Wurzeln, und er begann, südindische Trommelkunst auf Pakhawaj, Tavil, Ghatam, Mridangam und Kanjira zu studieren. 1980 kam er mit dem indischen Jazz Yatra Sextett  nach Europa und entschied sich, hier zu bleiben, genauer gesagt: in Köln. Seit dieser Zeit erarbeitete er sich seinen Ruf als einer der gefragtesten Perkussionisten in der World Music-Szene ebenso wie im Jazz.

 

Ludger Schmidt, inspiriert vom Free-Jazz der siebziger Jahre, der Bochumer Rockszene und dem Avantgardemusiker und Komponisten Pervez Mirza, beschäftigt Ludger Schmidt sich seit über fünfundvierzig Jahren mit der Freien Improvisierten Musik.

Durch eine fundierte Ausbildung an der Musikhochschule Detmold und weiterführende private Studien bei Frieder Lenz (langjähriger Assistent von Paul Tortelier) und Frieder Obstfeld (ehem. Cherubini-Quartett),durch seine Mitarbeit an vielen Theaterbühnen und in vielen Musikensembles in den Bereichen Jazz,Klassik, Moderne und Weltmusik hat er sich ein Repertoire an musikalischen Möglichkeiten erarbeitet, dasVioloncello in den unterschiedlichsten Projekten gezielt einzusetzen: Musik in Verbindung mit darstellender Kunst, mit Literatur, mit Tanz.

CD-Veröffentlichungen u.a.mit The Dorf, The Sephardics, East-West Pacem Orchestra mit den Essener Philharmonikern, Collage 11, Ensemble DRAj und einigen mehr.

Mit seinem Ensemble The Sephardics gewann er 2017 den 1. Preis “creole – Globale Musik aus NRW”

2019 den `RUTH` Preis der dt. Folk und Weltmusik 2020 den WDR-Jazzpreis mit The Dorf.

2018 Zusammenarbeit mit dem indischen Vocal/Piano DuoSourendro-Soumyojit mit einem Konzert im Rahmen desinternationalen Festivals Moers.

 

Maren Lueg ( Saxophone, Querflöte, arabische und türkische Ney Flöten & Mizmar. )

Die Musikerin und Komponistin hat ihr Diplom in Saxophon und Jazz an der University of Highlands andIslands in Schottland und ein Music Performance Masterstudium der arabischen und türkischen Ney Flöte an der Hochschule der Afrikanischen & Orientalischen Studien in London abgeschlossen. Auf zahlreichen Studienreisen nach Kairo und Istanbul ist sie in die Tiefen der Musik und Kultur des Mittleren Ostens eingetaucht.

Ihre zahlreichen Projekte und Ensembles in Deutschland und Großbritannien fokussieren sich auf das kreative Zusammenspiel zwischen Westen und Osten.

Seit 2014 leitet Maren Lueg diverse musikalische Projekte mit syrischen Musikern in NRW. Anfang 2017 gründete sie EastWest-Pacem Orchestra. Höhepunkte des Ensembles waren ein Auftritt im Rahmen derMultimedia-Installation „Der Zauber des alten Damaskus“ 2019 in Hagen

sowie die Zusammenarbeit mit der Essener Philharmonie für das Konzert „Erinnerungen des Alten Damaskus“, das 2020 in der Essener Philharmonie uraufgeführt und mitgeschnitten wurde. Daraus entstand das CD-Doppelalbum East – West Pacem Orchestra Damascus, 2020. Seit 2020 studiert Maren indische klassische Musik und Gesang mit der Hindustani-Sängerin Indrani Mukherjee, dem indischen Flötisten Shashank Subramanyam und dem Saxophonisten Jesse Bannister.

 

Riema Abdunnurs musikalische Reise startete in Aleppo, Syrien, in einer deutsch-syrischen Familie mit tiefer Musikliebe. Nach dem Klavierstudium schloss sie mit „ausgezeichneter Leistung“ ab und sammelte Gesangserfahrungen in klassischer westlicher und orientalischer Musik. Als Solosängerin trat sie mit dem Gomidas Orchestra auf und erweiterte ihr Repertoire um das Cellospiel. In Deutschland wirkte sie als Sopranistin in verschiedenen Chören mit und engagierte sich in einem Integrationsprojekt. Hier entstand die Band Arabunt, die eigene Songs in Deutsch, Arabisch und Englisch produzierte.

 Mit Familienmusikabenden in Bochum-Linden unterstützte sie syrische Flüchtlingskinder. Riema schloss sich dem Orpheus-Chor an, trat als Sopranistin für östliche und westliche Melodien sowie als Solosängerin in mittelalterlichem Deutsch auf. Mit ihrem Mann gründete sie den Al-Kalima-Chor, der antikes orientalisches Musikerbe präsentiert. Das Repertoire umfasste alte orientalische Kirchenlieder, aufgeführt in verschiedenen Sprachen.

 Riema organisierte Benefizkonzerte, darunter für Erdbebenopfer. Sie leitete das Projekt „Empowerment für Frauen aus der orientalischen Musik“ und sang in dessen Konzerten. Riema Abdunnur schafft durch ihre Musik Brücken zwischen verschiedenen Kulturen und Welten.

 

 

 

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